Beginn des heiligen Monats Ramadan

„O ihr, die ihr glaubt! Das Fasten ist euch vorgeschrieben, so wie es denen vorgeschrieben war, die vor euch waren – vielleicht seid ihr ja gottesfürchtig.“ (Heiliger Koran, Sure 2, Vers 183)

Am morgigen Samstag fängt der für die Muslime heilige Monat Ramadan an. Die Schura Bremen heißt den Fastenmonat willkommen und wünscht allen Musliminnen und Muslimen einen gesegneten und besinnlichen Ramadan.

Dieser Monat stellt für die Menschen muslimischen Glaubens den spirituellen Höhepunkt des Jahres dar. Die Muslime enthalten sich in dieser Zeit täglich von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang des Verzehrs und Konsums von Speisen, Getränken und leiblicher Gelüste. Pünktlich zum Sonnenuntergang wird dann Iftar, das Fastenbrechen begangen, zu dem Verwandte, Freunde und Nachbarn als Gäste eingeladen werden. „Nach zwei enthaltsamen und von Einschränkungen geprägten Jahren freuen wir uns ganz besonders darauf, dass wir in diesem Ramadan wieder das gemeinschaftliche Leben in einem größeren Rahmen erleben werden können,“ so Murat Çelik Vorsitzender der Schura.

Der Ramadan ist auch ein Monat der Solidarität, in dem noch stärker an die bedürftigen Menschen gedacht und diese unterstützt werden sollen. „Unsere Gedanken und Gebete sind bei den vielen Millionen Menschen auf der Welt, die getrieben von Armut oder kriegerischer Auseinandersetzungen ihre Heimat verlassen mussten. Leider erleben wir wieder hautnah die Folgen solcher Tragödien, die uns zutiefst betroffen machen,“ so der Vorsitzende der Schura.

Möge das Fasten helfen, sich demütig auf das Wichtigste im Leben zu besinnen und dankbar für die Gaben Allahs zu sein. Als Muslime finden wir Trost darin, dass Allah verspricht:

„Wahrlich, mit der Erschwernis kommt die Erleichterung." (Heiliger Koran, Sure 94, Vers 6)

In dem Sinne möchten wir allen Musliminnen und Muslimen nochmal zum Beginn des Ramadan gratulieren. Mögen sich die Tore des Paradieses für die Menschen öffnen. So Allah will, wird der erste Festtag der 02. Mai sein. 

Pressemitteilung: Vereinsverbot der Al-Mustafa Gemeinschaft e.V.

Der Bremer Innensenator Herr Mäurer hat heute die Al-Mustafa Gemeinschaft e.V. mit der Begründung, dass es sich um einen extremistischen Unterstützerverein der „Hizb Allah“ handele, verboten. Mit dem Verbot des Vereins erlischt mit sofortiger Wirkung auch die Mitgliedschaft bei der Schura Bremen.

Seit einiger Zeit schwebte ein mögliches Vereinsverbot wie ein Damoklesschwert über der Al-Mustafa Gemeinschaft, dennoch kam die Entscheidung des Innensenators zum jetzigen Zeitpunkt überraschend. Denn Anfang Februar 2022 hatte der Rechtsanwalt der Gemeinde ein Schreiben aus dem Bundesministerium des Innern erhalten, in dem der Gemeinde auf die Razzia vom April 2020 bezugnehmend mitgeteilt wurde, dass sich der Verdacht Teilorganisation der „Hizb Allah“ zu sein, nicht erhärtet hat und das Verfahren daher vorerst eingestellt wurde.

Die Al-Mustafa Gemeinschaft gilt als die größte schiitische Gemeinde Bremens. Langjährige Bestrebungen des Schura Vorstands und die vielen Gespräche mit dem Vorstand der Gemeinde finden mit dem Verbot ein abruptes Ende. Der gegenseitige Austausch mit den Sicherheitsbehörden und anderen Institutionen, insbesondere aber das Zusammenkommen von Vertretern der Al-Mustafa Gemeinschaft und der jüdischen Gemeinde unter der Vermittlung der Schura, sind nur einige Beispiele gemeinsamer Anstrengungen, um sich konstruktiv mit den Vorwürfen und den sich dadurch ergebenden Spannungen auseinander zu setzen.

In den letzten Gesprächen mit dem Vorstand der Al-Mustafa Gemeinschaft wurden konkrete Schritte besprochen, um die Gemeindearbeit transparenter zu gestalten und einen Generationenwechsel im Vorstand einzuleiten. Offen ist daher, wo die neue Heimat für die vielen Hundert schiitischen Musliminnen und Muslime zukünftig sein wird. Die Schura betrachtet und bewertet Vereinsverbote von Religionsgemeinschaften deshalb sehr kritisch, da die Ursachen eines Verbots hierdurch in der Regel nicht beseitigt, sondern in andere Lebens- bzw. Gesellschaftsbereiche verlagert werden. Ob der ehemalige Vorstand der Al-Mustafa Gemeinschaft juristisch gegen die Entscheidung des Innensenators vorgehen wird, liegt nun in ihrer Beurteilung und Verantwortung.

Die Schura Bremen betont noch einmal nachdrücklich, dass es sich von jeglichen terroristischen Organisationen und deren Unterstützern klar distanziert und abgrenzt. Gewalt, Hass und Hetze haben keinen Platz in ihren Reihen. Dafür steht die Schura und dies erwartet sie auch von den Mitgliedsgemeinden.

Pressemitteilung: Begegnung und freundschaftlicher Austausch mit der Jüdischen Gemeinde

Am vergangenen Mittwochabend haben sich zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter der verschiedenen Generationen der Jüdischen Gemeinde und der Fatih Moschee zu einer freundschaftlichen und fruchtbaren Begegnung in dem Veranstaltungssaal der Islamischen Föderation Bremen getroffen.

In seiner Eröffnungsrede beschrieb der Gastgeber und Vorsitzende der Schura Bremen, Murat Çelik, den langgehegten Wunsch ein gemeinsames Zusammentreffen mit der Fatih Moschee und der Jüdischen Gemeinde zu veranstalten. Dieser Abend solle genutzt werden, Begegnung unter den Mitgliedern beider Gemeinden zu schaffen und ein ungezwungenes Kennenlernen zu ermöglichen. Miteinander reden, Erfahrungen austauschen und Empathie füreinander entwickeln, sollte hierbei im Vordergrund stehen.

Anschließend hat der ehemalige Schura Bremen Vorsitzende, Mustafa Yavuz, in einem kurzweiligen Impulsvortrag die zahlreichen Gemeinsamkeiten beider Religionsgemeinschaften hervorgehoben.

Im Anschluss haben die beiden Vertreter der Gemeinden, Herr Pantijelew und Herr Bilmez, den Anwesenden die Bedeutung von Begegnung für die Schaffung von vertrauensvollen Beziehungen hervorgehoben. Gerade in schwierigen Situationen oder bei konträren Meinungen sei dies eine wichtige Basis, um ein respektvolles und offenes miteinander in unserer gemeinsamen Beziehung zu gewährleisten. Unterstrichen wurde noch einmal, dass sich die beiden Religionsgemeinschaften weiterhin gegenseitig unterstützen und füreinander einstehen möchten.

Im daran anschließenden gemütlichen gemeinsamen Essen fanden zahlreiche anregende und interessante Tischgespräche statt. Es wurde verabredet, dass im kommenden Jahr ein Folgetreffen in der Jüdischen Gemeinde stattfinden soll.

 

Von links nach rechts: Ömer Faruk Çoban (Fatih Moschee), Marouan Bedoui und Murat Çelik (Schura), Grigori Pantijelew (Jüdische Gemeinde), Mustafa Yavuz (Schura) und Netanel Teitelbaum (Jüdische Gemeinde).

Die Schura Bremen wünscht allen Bremerinnen und Bremern christlichen Glaubens ein besinnliches und friedvolles Weihnachtsfest.

Pressemitteilung: „25 Jahre Tag der offenen Moschee - Moscheen gestern und heute“ am 3. Oktober 2021

Den Tag der offenen Moschee gibt es nun seit einem Vierteljahrhundert. Zum 3.Oktober öffnet wieder ein Großteil der Bremer und Bremerhavener Moscheen ihre Türen für alle Besucherinnen und Besucher. Es ist eine gute Gelegenheit zum gegenseitigen Kennenlernen und zu vorurteilsfreier Begegnung. Die Islamischen Religionsgemeinschaften möchten authentisch über den Islam aufklären, um Verständnis zwischen den Menschen herzustellen.

Beim diesjährigen Motto des TOM geht es um Moscheen und Menschen. Wir möchten zurückblicken auf die Geschichte, aber auch die Entwicklung und den Wandel der Moscheen in Deutschland. Zudem geht es um die vielen Menschen, Männer und Frauen, Jung und Alt, ohne deren selbstlosen Einsatz ein Großteil des muslimischen Lebens in Deutschland kaum vorstellbar wäre.

Jährlich nehmen mehr als 1000 Moscheen am Tag der offenen Moschee teil. Dieser Tag repräsentiert den Beitrag zum gesamtgesellschaftlichen Zusammenleben und die Wichtigkeit des interreligiösen Austausches. Die islamischen Religionsgemeinschaften im Land Bremen laden Sie herzlich zu einem Besuch in eine der teilnehmenden Moscheen ein.

Es nehmen folgende Schura Bremen Mitgliedsgemeinden am Tag der offenen Moschee teil: 

Bremen

 
 

DAAWA Moschee
Hohentorsstr. 71
28199 Bremen

Fatih Moschee
Stapelfeldtstr. 9
28237 Bremen

 

Quba Moschee
Hemelinger Bahnhofstr. 44
28309 Bremen

Ayasofya Moschee
Carl-Hurtzig-Str. 5
28259 Bremen

 

Dr. Zeynel Abidin Moschee
Lüssumer Str. 7
28779 Bremen

Said´i Kurdi Moschee
Lüdekingstr. 6
28217 Bremen

 

Mescid-i Aksa Moschee
Züricher Str. 6a
28325 Bremen

Islamisches Forum und Informationszentrum
Beim Ohlenhof 17
28237 Bremen

 

Hicret Moschee
Kantstr. 98
28201 Bremen

Al-Mustafa Moschee
Barkhausenstr. 4
28197 Bremen

Bremerhaven

 
 

Fatih Moschee
Georg-Seebeck-Str. 2
27570 Bremerhaven

 
 

Al-Hasanat Moschee
Auf dem Reuterhamm 2
27576 Bremerhaven

 

Weitergehende Informationen über den Tag der offenen Moschee finden Sie auch auf der Internetseite: http://tagderoffenenmoschee.de/

Ein gesegnetes Opferfest - Eid-ul-Adha mubarak - Bayram mubarek

Das größte islamische Fest und der Höhepunkt der Pilgerfahrt nach Mekka steht bevor: das Opferfest (Eid-ul-Adha). Es erinnert die Musliminnen und Muslime in aller Welt an Abraham, der als gemeinsamer Stammvater von Muslimen, Juden und Christen gilt. Dieses Jahr findet das Opferfest, das sich nach dem Mondkalender richtet, vom 20 bis 23. Juli statt.

Wir gratulieren allen Musliminnen und Muslimen zum Eid-ul-Adha und wünschen eine gesegnete Zeit mit den Liebsten.

Im Mittelpunkt steht bei diesem Fest die Barmherzigkeit Gottes und auch die Hilfsbereitschaft der Menschen. Das Schlachten eines Opfertieres und das Spenden an Bedürftige spielen hierbei eine große Rolle. "Über seriöse Hilfsorganisationen ist das Spenden von Opfertieren in dutzende Länder möglich", sagt Schura Bremen Vorsitzender Murat Çelik. Wichtig ist bei all dem Prozedere, die Tiere zu würdigen und sich dem Wert ihres Lebens bewusst zu sein, wenn man sie um Allahs willen opfert.

In der Geschichte von Abraham sollte dieser laut Koran Allah dem Erhabenen seinen Sohn Ismail als Opfergabe bereiten. Allah wollte so seinen Glauben auf die Probe stellen. Abraham und sein Sohn waren dazu bereit und bewiesen somit ihren tiefen Glauben. Deshalb bewahrte Allah ihn im letzten Moment davor und nahm stattdessen ein Opfertier von ihm an.

Unsere Gedanken und Gebete sind auch bei den vielen Menschen, die in den Flutkatastrophen Familienangehörige und Freunde verloren haben. Die unvorstellbaren Wassermassen haben ganze Existenzen zerstört. „Ich appelliere an alle Mitbürgerinnen und Mitbürger, teilen sie den Schmerz und unterstützen sie die Hilfsorganisationen, die den Betroffenen bei der Bewältigung dieses Unglücks helfen,“ so Çelik.

Tag gegen antimuslimischen Rassismus am 1. Juli

Rassismus hat auf der Welt keinen Platz. Viele Menschen würden diese Aussage prompt unterschreiben. Doch die Entwicklungen und Geschehnisse sprechen eine andere Sprache.

Anlässlich des Tages gegen den antimuslimischen Rassismus erinnert die Schura Bremen daran, dass es wichtig ist, sich friedlich, aber aktiv gegen Rassismus einzusetzen. Die eigene Stimme zu erheben, wenn du Zeuge oder Opfer von Rassismus wirst. Auch das eigene Handeln zu hinterfragen und sich gegen jegliche Hetze und Spalterei einzusetzen. Zentrale Institutionen, wie die Parteien und Medien, müssen sich entsprechend ihrer besonderen Verantwortung für ein respektvolles und friedvolles Zusammenleben einsetzen. Aktuelle Herausforderungen dürfen nicht dafür missbraucht werden, um in Worten und Bildern Hass und Ressentiments zu befeuern.

Für das Jahr 2020 hat das Bundesinnenministerium (BMI) bundesweit 1.026 Übergriffe auf Musliminnen und Muslime sowie 103 Angriffe auf muslimische Einrichtungen erfasst (Stand: 10.05.21). „Dies sind beunruhigende Zahlen. Die tatsächliche Dunkelziffer dürfte um ein vielfaches höher liegen, da diese oft nicht zur Anzeige gebracht werden oder unerklärlicherweise in den Statistiken nicht auftauchen. Es muss noch mehr über antimuslimischen Rassismus geredet werden, um die Öffentlichkeit dafür zu sensibilisieren“, sagt Schura Bremen Vorsitzender Murat Çelik. „Wir begrüßen Kampagnen wie die Allianz gegen Hass oder die Initiative brandeilig.org, weil sie auf das Thema aufmerksam und für die breite Bevölkerung sichtbar machen.“

Am 1. Juli 2009 wurde die 32-jährige schwangere Marwa El-Sherbini im Landgericht Dresden ermordet. Seither steht dieses Datum für den Tag gegen antimuslimischen Rassismus.

Aufruf zum gesellschaftlichen Frieden

 

Auf dem Foto sind von links nach rechts zu sehen:

Vahit Bilmez und Murat Çelik (Schura - Islamische Religionsgemeinschaft Bremen e.V.), Dr. Grigori Pantijelew (Jüdische Gemeinde Bremen), Emine Oğuz (DITIB Islamische Religionsgemeinschaft Niedersachsen und Bremen e.V.), Ekrem Kömürcü (Islamische Föderation Bremen e.V.) und Emre Turgul (DITIB Islamische Religionsgemeinschaft Niedersachsen und Bremen e.V.)